• Kirovsky Zavod produziert Turbokompressor für den weltgrößten dieselelektrischen Eisbrecher

    Kirov-Energomash wird einen Turbokompressor für den multifunktionalen Eisbrecher der neuen Generation anfertigen.

  • Lieferung von Ausrüstungen für AKW der Slowakei

    Das Energiemaschinenbauunternehmen Kirov-Energomash (ein Tochterunternehmen der Kirov-Gruppe) hat dem Auftraggeber Bauteile für die Reaktorblöcke von zwei Kernkraftwerken der Slowakischen Republik geliefert.

  • Kirovsky Zavod und ŠKODA TRANSPORTATION bilden Joint Venture

    Die russische Industrieholding und die tschechische Maschinenbaugesellschaft haben ein Abkommen über die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens für die Produktion von Elektrofahrzeugen unterzeichnet.

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GESCHICHTE

Das Kirow-Werk (von 1868 bis 1922 Putilow-Werk, von 1922 bis 1934 Roter Putilow genannt) wurde im April 1801 als Eisengießerei gegründet, welche Bestellungen von Artillerie-Munition ausführte. Ab 1812 begann das Werk, die Richtung des Maschinenbaus auszubauen und Dampfmaschinen herzustellen. Gleichzeitig wurde mit der Produktion von künstlerischen Gussprodukten begonnen, und das Werk beteiligte sich an der Herstellung der architektonischen Ensembles und monumentalen Skulpturen in Sankt Petersburg und seinen Vororten.
 

Im November 1824 wurde die Sankt Petersburger Eisengießerei nach einer Überflutung fast völlig zerstört. In den folgenden vier Jahrzehnten kämpfte das Werk ums Überleben.

 

1868 wurde das Werk von dem berühmten russischen Ingenieur und Unternehmer N.I. Putilow (1820-1880) erworben und in den folgenden 12 Jahren von einem Metallurgiewerk in eine gemischte Maschinenbaugruppe umgewandelt. Binnen kürzester Zeit wurde das Werk zum Hauptlieferanten von Schienen für die russische Eisenbahn, erwar die Gießtechnologie für hochwertiges Stahl, und stellte Munition, Wagen, Kanonen, Gefechtstürme für Panzerkreuzer, Werkzeuge, großformatige Stahlkonstruktionen, anderen Arten der Industrieproduktion, vieles davon nach eigener Technologie, her. Gleichzeitig wurden die sozialen Einrichtungen des Werkes ausgebaut. Es wurden ein Krankenhaus, eine Speisehalle, eine Bibliothek eröffnet, eine Parkanlage angelegt und ein Theater gebaut sowie ein effektives System der Berufsbildung geschaffen. Und gerade unter N.I. Putilow wurden die Grundlagen der Mehrbranchenindustrie, der werkeigenen Handwerkstraditionen, der einzigartigen Innovationstechnologien gelegt.

 

Seitdem haben viele Generationen an „Putilowern" und „Kirowern" Tausende an technischen Produkten und industrieller Anlagen hergestellt, die ihrer Zeit weit voraus und weltweit konkurrenzlos waren. Viele davon haben ganze Entwicklungsrichtungen der Technik bestimmt. So ist das Kirow-Werk seit 1913 eines der Pioniere der Entstehung und Entwicklung des russischen Turbo-Energiemaschinenbaus, seit 1924 Begründer des landwirtschaftlichen Maschinenbaus und bis zum heutigen Tag führend beim inländischen Traktorenbau im Segment Großtraktoren. Das Werk hat als erstes in der Welt ab 1939 die Serienproduktion von schweren Panzern organisiert und im Jahr 1976 den weltweit ersten von einer Gasturbine angetriebenen Panzer T-80 gebaut. Diese Tradition wird auch in der jüngsten Geschichte des Kirow-Werks fortgesetzt.


Die von N.I. Putilow 1873 gegründete Aktiengesellschaft Putilow-Werke hat in den nachfolgenden gut vierzig Jahren ihre Lebensfähigkeit bewiesen. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs war das Werk ein bedeutendes Zentrum des russischen Maschinenbaus und hatte eine führende Position im Dampflokbau, der Fertigung von Artilleriewaffen, Schiffbau und Turbinenbau in Russland und Europa.


Die Putilower standen an der Spitze der Arbeiterbewegung des Landes. Sie spielten eine wichtige Rolle im Revolutionskampf und während der Ereignisse der Jahre 1905-1907 und 1917. Während des Bürgerkrieges waren über 10.000 Arbeiter aus dem Putilow-Werk an der Front, die 25 militärische Einheiten, Truppen, Regiments, Bataillons, Divisionen bildeten. Während der Kollektivierung begaben sich Tausende Beschäftigte des Werkes aufs Land, um Kolchosen aufzubauen.


In den 1920-er Jahren, unter schwersten Bedingungen der allgemeinen Zerstörung, wurden im Werk Anlagen für das Wasserkraftwerk Wolchow produziert, die Herstellung von Traktoren „Fordson-Putilowez" organisiert; insgesamt hat das Werk vor dem Zweiten Weltkrieg rund 200.000 Traktoren gebaut. Etwas später wurde die Fertigung von großen Dampfturbinen, Portalkränen, Messerschildern für Bau der U-Bahn, Hebeanlagen für Dämme und Schleusen des Moskau-Wolga-Kanals, Antriebsanlagen für Getreidemähdrescher, mittleren Panzern T-28, sonstiger Produkte für militärische und zivile Zwecke begonnen.


Im Herbst 1941 wurde ein Großteil der Ausrüstung und etwa 15.000 Menschen mit ihren Angehörigen in den Ural evakuiert, wo im Kirow-Werk Tscheljabinsk, auch als „Tankograd", also Panzerstadt bekannt, mit der Serienherstellung der „Sieges-Panzer" - der schweren Panzer vom Typ KW und IS, sowie von selbstfahrenden Artillerieanlagen (SAU) auf ihrer Basis begonnen wurde. Insgesamt wurden von Ende 1939 bis Mai 1945 über 19.000 schwere Panzer verschiedener Typen und SAU gebaut. Das Kirow-Werk stellte etwa 20% der gesamten Panzer für die Front her.


Ein besonderes Kapitel in der Kriegschronik des Werkes ist die Blockade. Im belagerten Leningrad, 4 km von der vordersten Verteidigungslinie entfernt, war das Kirow-Werk eines der Hauptziele der feindlichen Angriffe. Nach unvollständigen Angaben sind auf die Fläche des Werkes 4.700 Geschosse und 770 Bomben niedergegangen. 2.500 Beschäftigte des Kirow-Werkes verhungerten, etwa 150 fielen den Luftangriffen zum Opfer. Trotz dieser Umstände wurde die Produktion an keinem Tag stillgelegt. Im Kirow-Werk entstand die Volkswehr Leningrads: die Arbeiter des Werkes bildeten das 1. Schützenregiment der 1. Kirow-Volkswehrdivision. Insgesamt waren Tausende an Kirowern während des Krieges an den Fronten im Einsatz.


In den Nachkriegsjahren sind die Hauptrichtungen der Tätigkeit des Kirow-Werkes die Serienproduktion der Militärtechnik, von Traktoren „Kirowez" (seit 1962), der Atom- und Energiemaschinenbau. In den Vorjahren wurden etwa 470.000 Traktoren gebaut, 12.000 davon wurden in 14 Länder der Welt exportiert. Etwa 40.000 von „Kirowezen" verschiedener Modifizierungen sind bis heute auf den Feldern überall auf der Welt im Einsatz. Kirower Turbozahnradaggregate sind als Haupt-Energieanlage auf mehr als 80% der Atom-U-Boote aller Generationen, auf allen 9 Atomeisbrechern, und vielen Schiffen mit großer Wasserverdrängung der Kriegsmarine und Schiffen der Handelsflotte installiert. Die Produktion des Werkes sichert den Betrieb von 50% der Reaktorblöcke aller russischen und 13 ausländischer Atomkraftwerke, darunter 100% der modernen Reaktoren WWR-440.


1992 wurde das Kirow-Werk als eines der ersten staatlichen russischen Industrieunternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. In den Jahren der Perestrojka, unter schweren sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen wurde eine Umstellung der Rüstungsproduktion und eine Umstrukturierung der finanzwirtschaftlichen Tätigkeit vorgenommen, was die Hauptrolle beim Übergang zu Marktverhältnissen spielte. Die Produktion wurde auf die Fertigung von neuen, konkurrenzfähigen Maschinen, die auf allen Märkten gefragt waren, umgestellt.


Auf Basis der eigens entwickelten industriellen Traktoren K-702 und K-703 wurde zum ersten Mal im Lande eine Linie von Straßenbau- und Sonderfahrzeugen für Straßenbau, die Öl- und Gasbranche konstruiert. Es begann die Fertigung von gepanzerten Kraftwagen „Onega" und „Ladoga", von Futtervollerntemaschinen „Maral", der Grabenschnellbagger „Tundra", von Raupenfahrwerken, selbstfahrenden Raupenkränen etc. Im Jahr 2000 begann man mit der Fertigung der Modellreihe-744R, des derzeit wichtigsten Serientraktors des Kirow-Werkes für landwirtschaftliche Zwecke. Neben den legendären „Siebenhundertern" stellen sie zur Zeit die Basis des Fuhrparks der schweren Ackertraktoren der meisten russischen landwirtschaftlichen Betriebe dar und erfüllen bis zu 40% der wichtigsten landwirtschaftlichen Tätigkeiten und sorgen rund um die Uhr für die Lösung sämtlicher Transportprobleme auf dem Land.


Das Kirow-Werk war immer durch sein wissenschaftlich-technisches Potential berühmt: im Laufe von vielen Jahren waren hier viele weltberühmte Wissenschaftler und Ingenieure tätig. Unter ihnen finden sich solch berühmte Namen, wie I.M. Salzman (1905-1988), Direktor des Werkes in den Jahren 1938-1945, Sch.J. Kotin (1908-1979), der Leiter des Konstruktionsbüros und Hauptkonstrukteur der Kirow-Werke in Leningrad und Tscheljabinsk (1937-1968), M.A. Kasak (1908-1998), der Hauptkonstrukteur der Schiffs-Dampfturbinenablagen, N.S. Popow (1931-2008), der Hauptkonstrukteur des Kirow-Werkes (1968-1991). Sie und viele andere haben für den Ruf des Kirow-Werkes als Flaggschiff der russischen Industrie gesorgt.

 

 


Die Arbeits- und Kampfverdienste der Kirower während der sowjetischen Periode, wurden gebührend vom Staat gewürdigt. Auf der Werksfahne finden sich 7 Orden: der Orden des Roten Banners der Arbeit (1926), der Leninorden (1939 und 1951), der Orden des Roten Banners (1940), der Orden der Oktoberrevolution (1970), der Orden der Völkerfreundschaft (1976) und des Vaterländischen Krieges Ersten Grades (1985). Die Verdienste des Kirow-Werkes Tscheljabinsk, welches auf der Basis der 1941 evakuierten Mitarbeiter und Fertigungsanlagen des Leningrader Kirow-Werkes entstand, sind mit dem Orden des Roten Banners und dem höchsten Militärorden, dem Kutusow-Orden Ersten Grades, ausgezeichnet, was die Leistung der Arbeiter einem siegreichen strategischen Kampf an der Front gleichstellt. 21 Beschäftigten des Kirow-Werkes wurde der Ehrentitel Held der Arbeit verliehen, etwa 150 wurden Preisträger des Staatspreises, Hunderte wurden mit Orden und Medaillen ausgezeichnet.

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